Das „Quäntchen mehr“ beim Gegenüber

Das „Quäntchen mehr“ beim Gegenüber

14. Oktober 2012 von Stephan Reitzig in Herren 1

Der RSV Eintracht bot im ersten Spiel unter Cheftrainer Jaime Meißner eine ansprechende Leistung (Foto: tobehn@web.de)
Der Einsatz stimmte, der unbedingte Siegeswille war erkennbar, allein die Punktetafel in der BBIS-Sporthalle Kleinmachnow verriet den 410 Zuschauern am Ende, dass die Punkte erneut beim Gast blieben. Im dritten Saisonspiel unterlag der RSV Eintracht Teltow/Stahnsdorf/Kleinmachnow dem SC Rist Wedel in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Nord nur knapp mit 53:61 (29:30).
Ohne Yannick Evans, Cameron Neubauer (beide mit Infekt), Daniel Mixich (JBBL) und den noch in Rehabilitation befindlichen Blair Wheadon (Handbruch) startete die Eintracht in ihr zweites Heimspiel. Von Anfang an wurde deutlich, dass es ein von der Verteidigung geprägtes Spiel werden würde. Der RSV hatte zunächst Probleme, in sein Offensivspiel zu finden. Nur fünf Punkte fielen in den ersten fünf Minuten (5:9). Dann fasste sich Erik Müller ein Herz und zog beherzt zum Korbleger. Dies sollte eine Art Initialzündung für die Eintracht sein – sei startete einen 11:1-Lauf und zog auf 16:10 davon. Der RSV-Offensivwirbel war Grund genug für Gästetrainer Sebastian Gleim, die erste Auszeit des Spiels zu nehmen. Wedel verkürzte zum Viertelende noch zum 16:14.
Auch im zweiten Viertel folgte ein Auf und Ab der Gefühle. Wedel startete körperlich und geistig frischer. Ein 8:0-Lauf der Gäste zwang nun auch Meißner zur Auszeit. Erst in der 15. Minute gelang Dmitrij Hasenkampf ein Korbleger in Bedrängnis zum 18:24. Die Defensivarbeit des RSV sorgte in dieser Phase für Begeisterung auf den Rängen. Nur sechs Punkte erzielten die Wedeler in den letzten sechs Minuten der ersten Halbzeit (29:30).
Vier Mal wechselte im dritten Viertel die Führung. Mit bemerkenswert sicherem Zusammenspiel – dem RSV unterliefen nur 13 Ballverluste im gesamten Spiel – und unnachgiebigem Kampf um den Rebound gelang es der Eintracht, das Spiel auch nach 30 Minuten offen zu halten (45:45).
Die Nervosität eines typischen Spiels auf Messers Schneide war nun allen Spielern anzumerken. Wenig Punkte fielen auf beiden Seiten (51:52; 36. Spielminute). Für den spielentscheidenden 9:2-Lauf war vor allem der beste Punktesammler am Sonntagabend, US-Aufbauspieler Harold Johnston, verantwortlich. Sieben seiner 21 Punkte streute er in den letzten vier Minuten ein.
„Wir haben den Einsatz gebracht, den ich verlangt hatte. Auch der Wille zur Verteidigung war immer zu erkennen. Mit acht Mann war es am Ende auch eine Frage des Kräfteverschleißes. Zudem hatten die Wedeler das Quäntchen mehr Glück“, resümierte Jaime Meißner. Der RSV-Trainer sah auch in der „indiskutablen“ Dreierquote (17 %) und der unterdurchschnittlichen Freiwurfquote (50 %) entscheidende Unterschiede seiner Mannschaft zum Gewinnerteam.
„Am Ende haben wir nicht locker gelassen und gute Wurfentscheidungen getroffen. In schwierigen Spielen wie diesem muss man bis zum Schluss kämpfen, um zu gewinnen“, sagte Gästetrainer Sebastian Gleim.
„Ich habe mir auch für den Trainer gewünscht, dass die Mannschaft zeigt, wieviel Leben in ihr steckt. Wir haben das Spiel lange offen gehalten, ich war begeistert“, so RSV-Manager Daniel Fritzsche.

Punkteverteilung RSV: Grauel (10), Haucke (10), Müller (10), Modersitzki (7), Hasenkampf (6), Jorch (5), Greene (3), Schumann (2), Craven (n. e.)