Dreierfestival macht Fehlstart wett

Dreierfestival macht Fehlstart wett

18. März 2018 von Marcus Boljahn in Herren 1, Zweite Basketball-Bundesliga

RSV Eintracht holt wichtigen Sieg gegen Essen

Die Ausgangslage vor dem Playdown-Heimspielauftakt des RSV Eintracht war eindeutig, denn es zählte gegen die ETB Wohnbau Baskets aus Essen nur ein Sieg, wollte man die Chancen auf den Klassenerhalt in der 2.Basketball-Bundesliga ProB aufrecht erhalten. Die Gewissheit ohne die beiden am Knöchel verletzten Colin Craven und Luka Kamber antreten zu müssen, erhöhte die Drucksituation noch zusätzlich. Und im Auftaktviertel sah es dann zunächst auch so aus, als würde die junge RSV-Mannschaft mit dem Druck des Gewinnenmüssens nicht umgehen können. Man leistete sich sehr viele Ballverluste, die zu schnellen Essener Punkten führten. Ganze zehn Mal gaben die Brandenburger im ersten Viertel bereits den Ball Preis, was die Westdeutschen vor allem durch Adam Touray (10) und Montrael Scott (8) häufig per Schnellangriff und leichten Korblegern bestraften und in einem 15:25 resultierte.

Dreipunktespektakel bringt die Wende

„Ich habe eigentlich gar nichts spezielles gesagt. Ich sehe mein Team täglich im Training und war daher nicht überrascht. Wr haben hier unser Potential abgerufen.“, gab RSV-Coach Denis Toroman später zu Protokoll. Doch die leider nur knapp über 200 Zuschauer in der Kleinmachnower Sporthalle der Berlin Brandenburg International School sahen einen wie ausgewechselt agierenden Gastgeber. Nach der kurzen Viertelpause zeigte Georgi Boyanov mit einem Dreipunktewurf die Richtung an und anschließend jagte ein Distanzwurf nach dem nächsten durch die Essener Reuse. Auch zwei Auszeiten von Gästecoach Philipp Stachula konnte den nun wie im Rausch agierenden RSV nicht stoppen. Sagenhafte 10 Dreier bei 14 Versuchen fanden ihr gewünschtes Ziel. Am Ende hatte die Eintracht das zweite Viertel mit 36:13 gewonnen und damit natürlich auch die Partie gedreht. Davon erholten sich die Westdeutschen auch nach dem Seitenwechsel nicht mehr. Zwar unterbanden die Essener durch engere Deckung die Distanzwürfe nun besser, was die Brandenburger aber umgekehrt durch das Ausnutzen individueller Vorteile beim Zug zum Korb zu nutzen wussten. Insbesondere der wieder genesene Oshane Drews (14 Punkte) glänzte in der zweiten Halbzeit mit einigen schönen Drives, wobei sein Dunking zum 86:68 nicht nur die endgültige Entscheidung, sondern auch die Zuschauer von den Sitzen brachte. Dass mit Daniel Kirchner der bis dato beste Werfer (19 Punkte) frühzeitig foulbedingt ausgeschieden war, fiel somit nicht mehr ins Gewicht. Neben den gewohnt zuverlässigen Importspielern Michael Holton (21), Georgi Boyanov (12) und Josh Smith (10) zeigte vor allem Yannick Hildebrandt mit jeweils 9 Punkten und Rebounds bei 100% Wurfquote eine bemerkenswerte Leistung.

„Wenn wichtige Spieler bei uns ausfallen, dann haben wir auch junge Spieler, die bei mehr Spielzeit diese Lücke auffüllen können. Das waren heute vor allem Daniel und Yannick. Generell war es heute aber eine geschlossene Teamleistung, auf die wir aufbauen können.“, erklärt ein sehr zufriedener Trainer nach dem schlussendlich sehr deutlichen 93:73. Für den RSV geht es bereits am nächsten Sonntag mit einem erneuten Heimspiel gegen den SC Rist Wedel weiter, der im anderen Playdownspiel die Cuxhaven Baskets mit 80:78 bezwang. In der Playdown-Tabelle rangiert der RSV nun nur noch zwei Punkte hinter den ETB Wohnbau Baskets Essen, die jedoch noch das Nachholspiel gegen Wedel haben.

RSV: Holton 21, Kirchner 19, Drews 14, Boyanov 12, Smith 10, Hildebrandt 9, Stahl 8, Decker, Müller

Stats: http://live.zweite-basketball-bundesliga.de/g/104673?s=boxscore