Dramatischer Last Second Knock Out

Dramatischer Last Second Knock Out

15. Oktober 2017 von Marcus Boljahn in Herren 1, Zweite Basketball-Bundesliga

Buzzer Beater schlägt tapferen RSV Eintracht

Sie haben gekämpft bis zum Umfallen, zweimal einen hohen Rückstand im Schlussviertel aufgeholt und dennoch hat es für die Korbjäger des RSV Eintracht in der 2.Basketball-Bundesliga ProB nicht für den zweiten Saisonsieg gereicht. Gegen die VfL SparkassenStars unterlagen die Brandenburger vor 200 Zuschauern in der heimischen Sporthalle der Berlin Brandenburg International School hauchdünn mit 74:76 (38:42). In der Tabelle bildet der RSV nun zusammen mit vier weiteren Teams punktgleich mit nur einem Sieg gegenüber drei Niederlagen das untere Drittel.

Beide Mannschaften konnten verletzungsbedingt nicht mit dem kompletten Kader antreten. Während Bochum auf Michael Haucke (Knieprobleme) sowie Marco Buljevic verzichten musste, hieß es für den RSV ohne Yannick Hildebrandt auszukommen, der im Training umgeknickt war. Nach zuletzt zwei deutlichen Auswärtsniederlagen merkte man den Schützlingen von Trainer Denis Toroman sofort an, dass man wieder froh war zu Hause zu spielen mit dem festen Willen, den nächsten Sieg einzufahren. Ein Dreier von Daniel Kirchner besorgte nach vier Minuten eine 12:6 Führung, wobei Bochum aber vor allem durch den zu Beginn sehr starken Alexander Angerer (11 Punkte, 4 Assists und 6 Rebounds in 1.Halbzeit) immer wieder angetrieben wurde und insgesamt mit leichten Vorteilen in die Kabine gehen konnte. Die Gründe für den 38:42 Rückstand zur Halbzeit lagen insbesondere bei der ungleichen Freiwurfausbeute, denn der RSV hatte nur zwei, die Gäste dagegen 16 Versuche von der Linie. Nach dem Seitenwechsel nutzen die Westdeutschen zunächst routiniert ein paar Schwächephasen im RSV-Spiel, um bis eingangs des Schlussviertels auf 51:62 zu enteilen. Ausgerechnet der erst 16-jährige Oshane Drews hielt hier durch sieben seiner neun Punkte zum Ende des dritten Viertels nicht nur seine Mannschaft, sondern durch einen spektakulären Dunking auch das Publikum im Spiel.

Ein wichtiges Zeichen, dass die Mannschaft sich auch angesichts des zweistelligen Rückstandes nicht aufgegeben hatte und zur Aufholjagd ansetzte. Mit enormen Einsatzwillen gelang dies auch, denn ein erneuter Dunk nach Ballgewinn, diesmal von Julius Stahl, ließ das Defizit in der 33.Minute auf 63:65 schrumpfen. Doch Bochum konterte nach einer Auszeit mit einem 8:0 Lauf, so dass ein neuerlicher zweistelliger 63:73 Rückstand bei weniger als fünf Minuten verbleibender Zeit auf der Leinwand prangerte. Doch auch dies konnte die Moral der jungen Eintracht-Mannschaft nicht brechen, die leidenschaftlich fightete und tatsächlich Punkt für Punkt zurückkam. Als Daniel Kirchner nach Ballgewinn 26 Sekunden vor dem Ende zwei Freiwürfe zum 74:74 Ausgleich verwandeln konnte, war der Jubel groß. Die Verlängerung war nah, jedoch gehörte der Ballbesitz den Gästen. Hier gelangte der Ball zum Kanadier Ashton Smith, der trotz enger Verteidigung zwei Sekunden vor dem Ende einen Halbdistanzwurf zum 74:76 traf. Ein abschließender Ganzfelddreipunktewurf von Colin Craven landete zwar noch auf dem Ring, fiel aber nicht mehr rein. Was blieb war Enttäuschung pur. Da halfen auch die tröstenden Worte von Gästecoach Gary Johnson wenig, der dem RSV eine „kämpferisch sehr starke Leistung“ attestierte und das Quäntchen mehr Erfahrung und Glück als am Ende gewinnbringend ansah. RSV-Coach Denis Toroman analysierte: „Es war ein glücklicher, aber verdienter Sieg der Gäste. So ist das im Basketball, manchmal entscheidet ein einziger Wurf über Sieg und Niederlage.“

Neben Topscorer Daniel Kirchner (18 Punkte), machte auch Josh Smith mit jeweils 17 Punkten und Rebounds ein starkes Spiel. Colin Craven kam auf 11 Zähler, haderte aber genauso wie Michael Holton (9) mit seiner Wurfquote. Unter dem Strich bleibt eine Dreierquote von nur 15% (4/26), wohingegen Bochum 6 seiner 14 Dreier und damit zu 43% traf. Was die gesamte Statistik betrifft war der RSV sogar als Team gesehen mit einem Wert von 91 gegenüber 73 bei Bochum deutlich effektiver, doch die entscheidenden beiden Punkte für die Tabelle bleiben bei den Westdeutschen.

RSV: Kirchner 18, Smith 17, Craven 11, Drews 9, Holton 9, Stahl 6, Levron 4, Decker, Paul, Ogette, Müller -, Wagner –

Komplette Statistik: http://live.zweite-basketball-bundesliga.de/g/104404?s=boxscore

Foto: René Hartmann