Standing Ovations trotz Heimniederlage

Standing Ovations trotz Heimniederlage

19. November 2016 von Marcus Boljahn in Herren 1, Zweite Basketball-Bundesliga

RSV Eintracht liefert tollen Fight gegen den Tabellenführer

Obwohl es im Basketball bekanntlich kein Unentschieden gibt, war anhand des Beifalls nach dem Heimspiel des RSV Eintracht Teltow / Kleinmachnow / Stahnsdorf gegen die Artland Dragons nicht auszumachen, welches Team gerade gewonnen und welches verloren hatte. Und das lag auch nicht daran, dass keine Gästefans den weiten Weg aus Quakenbrück bis nach Kleinmachnow gefunden hatten. Ganz im Gegenteil, mit einem extra gecharterten Reisebus kamen sogar fast 100 sehr lautstarke Schlachtenbummler und sorgten somit zusammen mit den RSV-Fans für eine fantastische Stimmung in der Sporthalle der Berlin Brandenburg International School. Viel Applaus und Standing Ovations gab es letztlich verdienterweise dennoch für beide Teams, wobei der Tabellenführer aus Niedersachsen am Ende knapp mit 77:73 (39:39) die Oberhand behielt.

Ein kampfbetontes und phasenweise hochklassiges Spiel wurde zurecht von den Zuschauern gewürdigt. Beide Teams zusammen begangen trotz zumeist intensiver Verteidigung nur 18 Ballverluste (8:10 aus RSV-Sicht) und trafen aus dem Feld auch mit guter, fast identischer Quote (47:46%). Überhaupt fällt es sehr schwer aus den Zahlen am Ende den großen Unterschied herauszulesen. Am ehesten ist da noch die individuelle Klasse von Gregory Graves zu nennen, der 22 Punkte erzielte, 12 Rebounds griff und insgesamt zehn Fouls zog. „Das sind die Unterschiede zwischen den Möglichkeiten beider Vereine. Heute gibt es keinerlei Kritik an mein Team. Im Gegenteil, ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft.“, bilanzierte RSV-Coach Thomas Roijakkers nach dem Spiel und erhielt dafür viel Applaus von den Gästen. Auch Gästecoach Dragan Dojcin bescheinigte dem RSV eine „sehr gute Leistung, die seinem Team alles abverlangt hat“.

Dabei hatten die Gäste aus Quakenbrück einen nahezu perfekten Start und führten nach vier Minuten bereits zweistellig mit 13:3. Doch statt sich den auf dem Papier überlegenden Niedersachsen zu ergeben, zeigten die Brandenburger Tugend und holten Punkt für Punkt auf. Ein Sprungwurf vom starken Josh Smith (insgesamt 19 Punkte und 7 Rebounds) brachte den RSV in der 13. Minute dann gar mit 23:22 in Führung. Nachfolgend blieb das Spiel auf Messers Schneide, und bis zur 28. Minute blieb die Eintracht in Tuchfühlung (53:56). Doch dann nutzten die Dragons für einen kurzen Moment die sich bietenden Chancen einfach besser als der RSV und zogen wieder zweistellig auf bis zu 74:61 (35. Minute) davon. Erneut zeigten die Roijakkers-Schützlinge aber Moral und verkürzten elf Sekunden vor Ende bis auf 73:76. Allerdings machte auf der Gegenseite nach taktischem Foul Gregory Graves von der Freiwurflinie alles klar zum 77:73 Endstand. Aus einem insgesamt starken RSV-Team stachen individuell noch Antoine Myers (16 Punkte) und Colin Craven (12) heraus.

RSV: Smith 19, Myers 16, Craven 12, Adeyeye 9, Teucher 7, Schumann 6, Ney 4, Herwig, Hildebrandt, Paul

Foto: René Teichmann (www.reneteichmann.de)