Schwelm zu stark für ersatzgeschwächte Eintracht

Schwelm zu stark für ersatzgeschwächte Eintracht

30. September 2012 von Stephan Reitzig in Herren 1

500 Zuschauer beim Saisonauftakt in der Zweiten Liga / Schwelmer US-Guard Coles streut 34 Punkte bei 84:55-Sieg der Gäste ein (Foto: tobehn@web.de)
Bislang war die BBIS-Halle  auf dem Kleinmachnower Seeberg kein gutes Pflaster für die Schwelmer Baskets. Dies hat sich am Sonntagabend geändert. Der RSV Eintracht Teltow/Stahnsdorf/Kleinmachnow hatte der fast komplett neuformierten Mannschaft aus Westfalen wenig entgegen zu setzen und verlor sein Auftaktspiel vor 500 Zuschauern in der Kleinmachnower BBIS-Sporthalle mit 55:84 (27:35).
Das erste „Begrüßungsgeschenk“ servierte Schwelms US-Aufbauspieler Julius Coles schon nach 30 Sekunden mit einem Dreier, der ohne Ringberührung durch die Reuse rutschte. Coles war es auch, der dem Spiel in der Folge den Stempel aufdrückte. Nach sechs Minuten hatte der Schwelmer Neuzugang bereits 13 Punkte auf der Habenseite und präsentierte sich äußerst vielseitig: Entweder spielte er seine Schnelligkeit beim Zug in die Zone aus oder streute Würfe von draußen ein. Zu stoppen war dabei von niemandem. Mangelnde Einsatzfreudigkeit konnte man dem RSV dennoch nicht vorwerfen. Ob Robin Jorch, Maurice Greene oder Dmitrij Hasenkampf – sie alle hechteten dem Lederball auf dem Boden oder dem Weg ins Aus hinterher. Vorne kam allerdings zu wenig Zählbares heraus: Nur neun Punkte erzielte die Eintracht im ersten Viertel. Das Fehlen von Blair Wheadon, der in vielen Systemen die erste Angriffsoption gewesen wäre, machte sich in aller Deutlichkeit bemerkbar.
Im zweiten Viertel versuchte der RSV es mit Ganzfeldverteidigung, doch die Baskets zogen weiter davon (13:27; 14. Spielminute). Hinzu kamen kleinere Unbeherrschtheiten wie ein technisches Foul für Michael Haucke und zwei weitere unsportliche Fouls. Die Hereinnahme von Maurice Greene beim Stand von 17:31 brachte dann Belebung ins RSV-Spiel. Mit einem Dreier läutete er einen 10:2-Lauf ein, den Gästetrainer Raphael Wilder auch mit zwei Auszeiten binnen 45 Sekunden nur mit Mühe eindämmen konnte. Zur Halbzeit war wieder Land in Sicht für den Gastgeber (27:35).
Ein schwungvoller Start brachte die Eintracht sogar auf vier Punkte heran (31:35). Sollte das Spiel sogar kippen? Nein, denn die Gäste reagierten abgebrüht. Die Zonenverteidigung des RSV wurde nun ein ums andere Mal clever ausgespielt. Allein Lars Wendt streute im dritten Viertel drei Dreier ein. Die Baskets schraubten ihren Vorsprung binnen fünf Minuten auf 18 Punkte (37:55; 27. Spielminute), was eine Vorentscheidung im Spiel bedeuten sollte.
Im letzten Viertel fügte sich der RSV dem Unausweichlichen. Erst nach fünf Minuten fielen die ersten RSV-Punkte, zuvor hatten die Gäste bereits neun Zähler verbucht. Die Schlussminuten waren vielen jungen Spielern auf beiden Seiten vorbehalten. Was bleibt, ist eine hochverdiente, vielleicht aber auch einen Tick zu hoch ausgefallene Auftaktniederlage.
Eine starke Leistung – das attestierte auch Gästetrainer Wilder – bot beim RSV Guard Tobias Grauel mit 21 Punkte. Bester Spieler auf dem Feld war jedoch eindeutig sein Pendant auf Schwelmer Seite, Julius Coles, mit 34 Punkten und einer hervorragenden Effektivität von +29. Auch das Reboundduell – sonst eher eine der entscheidenden Stärken der Eintracht – ging dank des Pro-A-erfahrenen Centertrios Schröter/Kronhardt/Fiorentino diesmal mit 42:31 an die Gäste.

Die Stimmen der Trainer:

Vladimir Pastushenko: „Man hat gespürt, dass nicht alles rund lief und wir noch Abstimmungsprobleme auf dem Spielfeld haben. Das müssen wir bis zur nächsten Woche beheben. Gegen Recklinghausen wird sich zeigen, wie stark wir als Team wirklich sind.“

Raphael Wilder: „Insgesamt bin ich schon sehr zufrieden, auch wenn wir am Anfang ängstlich agierten und in der ersten Halbzeit sehr viel auf Julius Coles abgeschoben haben. Zum Glück hat er sehr gut gespielt, sonst hätte das Spiel anders ausgehen können. Weil bei Stahnsdorf heute die Führungsspieler gefehlt haben, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich unsere Qualität durchsetzen konnte. Am Anfang des vierten Viertels kippte das Spiel endgültig.“

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Punkteverteilung RSV: Grauel (21), Modersitzki (10), Evans (6), Greene (6), Haucke (4), Jorch (4), Schumann (3), Müller (1), Hasenkampf, Mixich