Gut gekämpft, aber wieder mit leeren Händen

Gut gekämpft, aber wieder mit leeren Händen

29. Oktober 2012 von Marcus Boljahn in Herren 1

RSV Eintracht unterliegt Oldenburg

Der Fehlstart in die sechste Saison der 2.Bundesliga Pro B ist für die Korbjäger des RSV Eintracht Teltow / Kleinmachnow / Stahnsdorf endgültig besiegelt. Am Sonntag unterlag das Team von Trainer Jaime Meißner vor 405 Zuschauern in der BBIS-Sporthalle dem Aufsteiger Weser Ems Baskets Akademie / Oldenburger TB mit 64:69 (33:41). Gleichzeitig war dies die fünfte Niederlage in Folge, so dass man das einzige sieglose Team der Liga bleibt.

Der RSV startete fokussiert und mit aggressiver Verteidigung in die Partie. Im Angriff suchte man Tobias Grauel, der eine heiße Hand hatte und seine ersten vier Würfe in Folge traf. So hatte er durch seinen zweiten erfolgreichen Dreipunktewurf nach drei Minuten bereits zehn Punkte auf seinem Konto. Die resultierende 10:5-Führung hatte allerdings nicht lange Bestand, denn die Gäste hatten ihrerseits mit dem Michael Taylor einen ebenso treffsicheren Spieler in ihren Reihen. Trotz Sonderbewachung durch hauptsächlich Tim Modersitzki und Dmitrij Hasenkamp im Wechsel verstand es der US-Guard in Diensten der Oldenburger immer wieder zu punkten. Nach einem erfrischenden ersten Viertel lagen die Brandenburger aber immer noch mit 23:21 vorn. Offensiv etablierte sich hierbei Yannick Evans von der Bank kommend neben Grauel als zweite wichtige Option mit insgesamt zehn Punkten in den ersten zehn Minuten. Im zweiten Viertel gelang es Niedersachsen dann langsam besser die Kreise von Grauel und vor allem Evans einzuengen, so dass der RSV-Angriffsmotor ein wenig ins Stocken geriet. Zudem trafen die Gäste teils auch sehr schwierige Würfe. Besonders bitter war ein Dreipunktewurf bei ablaufender Angriffszeit aus mehr als acht Metern Entfernung vom Oldenburger Aufbauspieler Stephan Kreutzer, der mit Hilfe des Bretts den Weg in den Korb fand und die Gäste 33:39 in Front brachte.

Durch einen 6:0 Lauf zu Beginn der zweiten Hälfte gab die Eintracht aber die passende Antwort, so dass der 39:41 Anschluss und wenig später durch Michael Haucke (47:47, 25.Minute) auch wieder der Ausgleich hergestellt war. Es entwickelte sich nun ein packendes Duell auf Augenhöhe mit häufigen Führungswechseln. Anderthalb Minuten vor Ende war es erneut Center Michael Haucke nach dem insgesamt 17. RSV-Offensivrebound, der seine Mannschaft mit 64:63 in Führung brachte und am möglichen Sieg schnuppern ließ. Doch die Nordwestdeutschen antworteten kühl mit einem Korbleger durch Kai Hänig zum 64:65. In den nächsten und entscheidenden Angriffen merkte man bei der Eintracht dann leider das Fehlen von Topscorer Tobias Grauel (insgesamt 23 Punkte bei 64% Wurfquote), der kurz zuvor durch sein fünftes Foul zum Zuschauen verdammt war. So verfehlten Tim Modersitzki und zweimal Niko Schumann aus der Distanz und Oldenburg brachte den 69:64 Auswärtssieg durch sichere Freiwürfe von Michael Taylor (insgesamt 26 Punkte) unter Dach und Fach. Die Enttäuschung nach einem beherzten Auftritt, wo am Ende aber das Ergebnis wieder nicht stimmte, war entsprechend groß. „Wir haben gut gekämpft, was auch die Statistiken zeigen. Wir hatten deutlich mehr Offensivrebounds und Ballgewinne sowie weniger Ballverluste. Aber unter dem Strich bleibt die bittere Erkenntnis, dass wir erneut verloren haben und letztlich zählt nur das. Besonders geschmerzt hat dabei heute unsere sehr schwache Freiwurfquote von nur 26%, was indiskutabel ist.“, zog Coach Jaime Meißner Bilanz. Beide Mannschaften hatten jeweils 19 Freiwürfe, wovon der RSV lediglich fünf, Oldenburg aber 14 Versuche traf. Gästecoach Mladen Drijencic war dagegen mit dem Ausgang zufrieden: „Wir haben uns darauf konzentriert die Kreise von Tobias Grauel und Yannick Evans einzugrenzen. Das ist uns mit zunehmender Spielzeit besser gelungen. Zudem hatte Michael Taylor bei uns einen sehr guten Tag.“, erklärte der Coach der Nordwestdeutschen auf der Pressekonferenz.

RSV: Grauel 23 Punkte, Haucke 13, Evans 12, Hasenkampf 5, Modersitzki 4, Müller 4, Schumann 3, Craven, Greene, Jorch, Malone, Mixich

Foto: Wolfgang Tobehn (tobehn@web.de)