Auftakterfolg im Ostderby

RSV Eintracht besiegt Aufsteiger Rostock

Viele freudige und auch erleichterte Gesichter konnte man am Sonntagabend in der Sporthalle der Berlin Brandenburg School unter den 450 Zuschauern auf dem Kleinmachnower Seeberg sehen. Soeben hatte der heimische RSV Eintracht das erwartet schwere und durchweg heiß umkämpfte Auftaktspiel gegen den Aufsteiger Rostock Seawolves mit 82:75 gewonnen.
Betracht man von Außen nur die nüchternen Zahlen, so hätte man dazu verführt sein können, auf einen Pflichtsieg des RSV zu setzen. Schließlich zählen die Brandenburger mit ihrer achten Pro B-Teilnahme in Folge inzwischen zu den Ligadinos und spätestens nach dem letztjährigen Erreichen des Viertelfinales sowie dem zwischenzeitlichen ersten Tabellenplatz wird man mit Sicherheit auch nicht mehr unterschätzt. Auf der anderen Seite betreten die Rostocker mit der Pro B komplettes Neuland und man könnte geneigt sein, die Hansestädter als Aufsteiger vorschnell abzuschreiben. Dies sieht RSV-Coach Peter Günschel indes ganz anders, was er auch auf der anschließenden Pressekonferenz noch einmal unterstrich: „Rostock hat einen sehr gut und tief besetzten Kader mit vielen Importspielern und ich traue ihnen zu, dass sie oben mitspielen werden. Von daher bin ich heute sehr stolz auf das gesamte Team, insbesondere ob der Tatsache, dass wir ohne Kellen Williams auskommen mussten und gegen eine starke Mannschaft trotzdem gewonnen haben.
Aber auch Kellen Williams hatte trotz seiner einem Bänderriss im Knöchel geschuldeten Zwangspause schon vor Spielbeginn Grund sich zu freuen, denn er bekam von Daniel Müller – Geschäftsführer der 2.Basketball Bundesliga – den Goldenen Ball überreicht. Williams wurde in einer kombinierten Abstimmung zwischen Trainer, Mannschaftskapitänen und Fans zum Spieler des Jahres 2013/14 gewählt und war nun dafür ausgezeichnet worden. Seine Mannschaftskollegen schienen jedenfalls von dieser Auszeichnung beflügelt, denn ganz im Sinne von Kämpferherz Williams, zeigte der RSV von Beginn an eine engagierte Vorstellung. Dies erschwerte den gewohnten Rostocker Optionen die Würfe und verursachte einige Ballverluste. Zudem entschied der RSV das stets so wichtige Reboundduell 39:32 für sich. Dementsprechend analysierte Gästetrainer Sebastian Wild auch: „Wir hatten eine zu hohe Fehlerquote, zu viele Ballverluste und zu viele Distanzwürfe. Insgesamt hat uns Stahnsdorf phasenweise ihr Tempo aufgezwungen, so dass der Heimsieg verdient war.“. Gleichzeitig ergänzt der Seawolves-Coach aber auch: „Das sind die Unterschiede eine Liga höher. Ein gutes Team bestraft kleinere Fehler hier sofort.
Aus einer insgesamt sehr homogen auftretenden RSV-Mannschaft ragte Robin Jorch individuell mit einem Double Double von 17 Punkten und 11 Rebounds etwas heraus. Aber auch Niko Schumann (10 Punkte, 6 Assists), Thomas Schoeps (9 Punkte, 11 Rebounds), Rückkehrer Colin Craven (13 Punkte in 15 Minuten) und Neuzugang Travis Smith (15 Punkte) wussten zu überzeugen.

RSV: Jorch 17, Smith 15, Craven 13, Schumann 10, Schoeps 9, Herwig 8, Hasenkampf 6, Weeks 4, Grüttner Bacoul 0, Weibel 0, Gutsche –

Notiz: Zudem wurde der langjährige Kapitän Tim Modersitzki feierlich verabschiedet. Er erhielt symbolisch ein Trikot mit der Nummer 14. Diese Trikotnummer wird beim RSV Eintracht fortan nicht mehr vergeben.

Foto: tobehn@web.de

Marcus Boljahn

Pressesprecher RSV Eintracht